Silberschildpokal 1932

Silberschildpokal 1932

Wacker Gera – FC Thüringen Weida  2:3 (0:1)

Ganz unserer Voraussage gemäß blieben auch in diesem Pokalspiel die Thüringer in Front. Faktisch gäbe es ja nun nur noch einen Pokalsieger, denn die Hiesigen stehen ungeschlagen auf weiter Flur. Alle anderen Mannschaften sind in diesem Pokalwettbewerb auf der Strecke geblieben.

Jedoch dem Verteidiger dieses Silberschildpokals wird es in diesem Jahre ganz besonders schwer gemacht, da sie ja durch einen nochmaligen Endsieg erstmalig Eigentümer des heißumstrittenen Pokales werden, womit ja auch eine weitere Meisterschaft verbunden ist. Es gibt also noch einen zweiten Gang am Sonnabend gegen Wacker in Weida und dann darf man wohl unseren Favoriten erst beglückwünschen. Begleitet von einem alten, treuen Anhängerstamm ging es gen Gera, wo sich die Hiesigen den Wackeranern stellten. Während die Platzbesitzer in der vorgesehenen Aufstellung erschienen, hatten die Gäste in letzter Minute die Stürmerreihe nochmals umgekrempelt, so dass sie folgendes Gesicht hatte:

Safar (links). Müller, Ullrich, Beckert, Trinks. Gleich vom Anstoß setzt lebhaftes Mittelfeldspiel ein und bereits in der 6. Minute hat Thüringens Mittelstürmer scharf geschossen, Der wacker- Torwart kann nur schwach abwehren. Im Nachscguss klingelt es aber durch Halbrechts im Laden. Auf der anderen Seite schießt der Wacker- Halbrechte an den Pfosten. Einen unverhofften scharfen 25m- Schuss von Schmidt kann Hofsommer gerade noch zur Ecke abwehren. Einen schönen Angriff schließt Safar mit einem Torschuss ab, wird aber vom Schiedsrichter nicht gewertet. Dillner hält bravourös hintereinander, doch das leere Tor kann dann nicht gefunden werden. Es bleibt bei der 1:0-Führung. Nach Seitenwechsel spielen die Thüringer an und Hofsommer muss kurz danach nach hinten greifen, um das Leder zur Mitte zu geben. Der angriff von Rechts wurd nach Links abgeleitet. Noch auf der Außenlinie holt sich der Linksaußen den Ball und zieht ihn ins Netz- 2:0. In der 9. Minute kommen die Hausherren duch Halblinks zum ersten Erfolg. Eine Minute später ist jedoch das alte Verhältnis dur ch den Mittelstürmer wieder hergestellt- 3:1. Die Kampfhandlungen wechseln ständig, es wird Hüben wie Drüben nichts Zählbares erreicht. Hopfer rettet auf der Torlinie. Hofsommer lenkt wieder einmal zur Ecke und hat dreimal hintereinander viel Glück bei brenzlichen Sachen. Aus 3 Meter Entfernung meistert Hofsommer einen Scharfen von Trinks. Die flachen Schüsse aufs Tor werden durch die zu hohe Grasnarbe des Spielfeldes in ihrer Schärfe gemildert, die ja auch bewirkt, dass die Spieler dadurch immer mehr ermüden. Trotz guter Gelegenheiten will nichts mehr glücken. Es steht 3:1 für Weida, die Zuschauer verlassen schon zum Teil die Kampfstätte. Man wartet auf den Abpfiff, da die Zeit um ist. Der auf Rechtsaußen gegangene Opitz flankt zur Mitte, wo der Ball ins Tor geköpft wird, was wohl den meisten entgangen sein dürfte. Damit pfeift der Neutrale gleichzeitig den Kampf ab, der hart, aber immer in den Grenzen des Erlaubten durchgeführt wurde. Der schiedsrichter erregte des Öfteren den Unwillen beider Parteien. Der Kampf ist aus, am Sonnabend geht es nun zum letzten entscheidenden Gang auf dem Sportplatz am Schützenhaus. Ein Unentschieden würde bereits für die Thüringer genügen, um abermals osterländischer Gausilberschild-Pokalmeister  zu werden.

Thüringen Weida – Wacker Gera  6:2 (4:0)

Die Würfel sind gefallen! FC Thüringen Weida ist zum dritten Mal hintereinander osterländischer Pokalmeister und hat such damit endgültig in den Besitz des wertvollen Silberschildpokals gebracht. Leicht ist es ihm in diesem Jahre nicht gemacht worden, musste er doch gegen die drei Spitzenmannschaften, des Gaues Elite, im Vor-und Rückspiel antreten. Desto höher ist die sportliche Leistung zu bewerten, da er verdient siegreich aus diesem Wettbewerb hervorgegangen ist, wie der Gau-Geschäftsführer L. Bunjes ganz treffend bei Überreichung des Pokals nach Schluss des Spieles in anerkennenden Worten zum Ausdruck brachte. Wie die Schlacht nun geschlagen wurde! Ganz verheißungsvoll begann der Altmeister Wacker Gera das Treffen, dass es fast eine Viertelstunde dauerte, bis sich der Platzbesitzer gefunden hatte. Sie operieren aber glücklos. Bechers schönen Schuss lenkt Dillner zur Ecke ab. Dann kann derselbe Spieler das leere Tor nicht finden. Ulis Schuss wird auf der Gegenseite gehalten. Einen Saftigen von Trinks kann Hofsommer gerade noch zur Ecke abwehren, die durchaus glücklich zunichte gemacht werden kann. In der 16. Minute ist jedoch der Bann gebrochen, nachdem die Ratte einen Drehball ins Netz gehängt hat. Nun läuft die kombinationsmaschine der Thüringer wie am Schnürchen. Es gibt nun wunderbare Mittelfeldspielleistungen und brenzliche Situationen vor dem Tor zu schauen. Pauly zieht von der Außenlinie den Ball noch ins Netz, der Erfolg wird allerdings vom Schieri nicht gewertet. Bei einer schön hereinkommenden Ecke von links köpft Trinks das leder in der 18. Minute sauber zum 2:0 ein. 2 Minuten später pflastert Sepp haarscharf in die linke Torecke. Der verdutzte Torhüter muss resigniert das Leder zur Mitte geben. Er hatte scheinbar angenommen, dass der Spieler aus dieser Lage nicht schießen konnte. In der folgezeit übersieht der Schiedsrichter einen glatten Handelfer. Kurz vor der Halbzeit stzt Uli nach Kombination von Safar-Beckert einen Unhaltbaren in den Kasten zum 4:0. Die 2. Halbzeit! Unentmutigt kämpfen die Unterlegenen weiter. Sie haben umgestellt. Opitz geht als Mittelläufer zurück, während Patzer im Sturm auf halblinks mehr Druck verleiht. Sie arbeiten un mit Hochdruck auf eine Verbesserung des resultats hin. Es gelingt ihnen auch. Eine Flanke des linksaußen Becher zischt flach am Boden dahin, wird vom Verteidiger verpasst und der freeistehende Rechtsaußen braucht sie nur noch einzuschieben. Das war in der 3. Minute. Nachdem Hofsommer Beckerts und trinks Schüsse pariert hat, kommt der Mittelstürmer zu weiteren Torehren. Das alte Verhältnis ist aber bereits wieder hergestellt. Zweimal hintereinander rettet dann der Pfosten für Wacker glücklich. Einen Freistoß von rechts meistert Dillner in glänzender Manier. Wenig später kann er sich nochmals auszeichnen. Dann verliert Hofommer einen scharfen Graden von Müller, beim Nachschuss hat er viel Glück. In der 30. Minute schiebt Uli sauber zu Trinks, der einen wunderbaren Schrägschuss unhaltbar zum 6:1 anbringt. In der 30. Minute verbessert Becher durch schönen Schuss zum 6:2. Dillner wehrt im Liegen ab. Ecke b ringt nichts ein. Harthaus wird verletzt und muss ausscheiden. Der aufregende, aber durchaus spannend verlaufene Kampf nähert sich dem Ende. Ruhland (Dresden) mit ausgezeichneter Leistung pfeift ab. Dem Sieger, der wohl kaum einen Versager in seinen Reihen hatte, gebührt ob seiner hervorragenden Grossleistung ein Gesamtlob. Tapfer und anerkennend kämpften die Unterlegenen bis zum Schluss um einen möglichst offenen spielverlauf zu gewährleisten.

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