POKAL SAISON 1930/31

POKAL SAISON 1930/31

Nächster Gegner: Polizei Chemnitz in Chemnitz

90 interessante Minuten auf den Schafwiesen Thüringen Weida – SV 08 Steinach  4:2 (1:1) Vor über 2000 Zuschauern, die übrigens mit dem vom mitteldeutschen Verband in unzeitgemäßer Höhe festgelegten Eintrittspreisen zu Recht nicht einverstanden waren, erkämpfte sich der Osterlandmeister einen schönen Sieg gegen den Meister des Gaues Südthüringen.

Selbstverständlich war es, dass die Masse der Zuschauer, und speziell die Mitglieder des gastgebenden Vereins, hinter dem einheimischen Meister standen, umso unschöner wirkten aber gehässige Zurufe einzelner, die sich in blinder Ableugung der Tatsachen anscheinend nicht zu der Anerkennung durchringen können, das im Osterlandgau in diesem Jahre die tatsächlich beste Mannschaft durchs Ziel gegangen ist. Aber auch diese Neider werden schließlich zugeben müssen, dass der Kampfgeist der Weidaer, mit dem sie die getrige schwere Klippe überwanden, vorbildlich war. Der Gegner stellte eine technisch gut durchgebildete Mannschaft, die auch über die nötige Härte verfügte. Im Feldspiel wurde durch riesige Schnelligkeit und sofortiges Abspiel der Sieger vor eine schwre Aufgabe gestellt. Alla Aktionen wurden vorerst eine Beute der Gäste, so dass die Weidaer zu tun hatten,um immer wieder drohende Gefahren zu bannen. Als hervorstechendste Spieler der Steinacher waren zu nennen:

ein fabelhafter Torwart, ein hervorragender Mittelläufer, sowie zwei gefährliche Außen. Die Verteidigung war zunächst kaum zu überwinden. Der Osterlandmeister lieferte in der 1. Halbzeit ein recht zerfahrenes Spiel. Die Stürmerreihe war nicht zu bewegen, die schwer überlastete Läuferreihe zu unterstützen, auch sonst waren die Leistungen uneinheitlich. Die Weidaer Mannschaft musste sich erst nach der Pause in die richtige Stimmund hineinspielen, ehe sie die gewohnten Leisungen erreichte. Als aber dann das Verstehen zusehends besser wurde, war der Sieg in greifbare Nähe gerückt. Ein Sonerlob verdienen Veteidigung und Läuferreihe, hauptsächlich Harthaus und Schnell, die durch ihre tapfere Abwehrarbeit gegen schwersten Druck erst die Basis schufen, auf der der Enderfolg sich entwickeln konnte gut aufgelegt im Sturm waren Müller und Safar, während die übrigen etwas abfielen.

Mit einer leichten Schneedecke, die zuletzt durch die Sonne etwas wässrig wurde, präsentierte sich der Spielvereinigungsplatz in guter Verfassung, als sich die Mannschaften wie folgt zum Kampf stellten:

Steinach: Tschach; Greiner- Pol, Kienel; Eichhorn, Greiner- Männe 1, Greiner- Männe 2; Wegelt, Müller 2, Luthardt- Rotter, Leutheuser, Brehm

Weida:     Dillner; Kummer, Hopfer; Schmidt, Schnell, Harthaus; Trinks, Moser, Müller, Meckl, Safar

Sofort setzte ein lebhaftes Tempo ein, bei dem die Weidaer zunächst nur abwehren konnten. Bereits in der 2. Minte führte Steinach mit 1:0. Ein Eckball, präzis hereingegeben, wurde unter Mithilfe der Verteidigung über die Linie gebracht. Scharfe Gegenangriffe der nächsten Minten hätten schon den Ausgleich bringen können, doch setzten Meckl sowohl wie Müller zwei schöne Schüsse knapp neben den Pfosten. Nun nahmen die Gäste das Heft in die Hand, so dass Weida bange Minuten zu überstehen hatte.

Bei einem Angriff der ansonsten mäßigen rechten Seite, flankte Safar scharf, mit dem von ihm abprallenden Ball erzeilte Müller den Ausgleich.

Ungleich schöner war das Zuspiel der Steinacher auch für die Folge, gefährlicher waren ihre Angriffe, und doch hätte Meckl die Führung schaffen müssen, wenn er anstatt zu plautzen, besonnen eingeschoben hätte.

Nach dem Seitenwechsel hatte es den Anschein, als wollte es bei Weida besser klappen, doch ließ dies der Gegner zunächst nicht zu. Eine Enrgieleistung des Gästerechtsaußen brachte Steinach abermals die Führung! Dadurch aufgemuntert, spurtete Weida los, und drei Minuten später war es abermals Müller, der eine präzise Safar- Flanke zum Ausgleich neben den Pfosten setzte. Noch war es nicht sicher, wer als Sieger den Platz verließ, doch als Müller zehn Minuten später mit Kopfball sein drittes Tor gebucht hatte, klappten die Südthüringer zusammen. Der Osterlandmeister wurde zusehends besser, Die Spielzeit neigte sich dem Ende zu, nochmals stürmte Steinach an, doch war bei der aufmerksamen Hintermannschaft nicht mehr durchzukommen.

Und zwei Minuten vor Schluss stellte ein Angriff der Weidaer über die linke Seite den Sieg sicher. Eine Flanke Safars verlängerte Müller wundervoll knapp  vor dem herauslaufenden Tschach.

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THÜRINGEN WEIDA AUSGESCHIEDEN

Falsche Taktik

Polizei Chemnitz – Thüringen Weida  10:2 (6:0) Man darf sich durch das hohe Ergebnis nicht zu der Annehme verleiten lassen, dass die einzelnen Weidaer etwa schlecht gespielt hätten, das war durchaus nicht der Fall ! Sie scheiterten vielmehr an der taktischen Unklugheit, die Angriffe trotz der sehr schlechten Bodenverhältnisse – der Platz war schlimmer als seinerzeit in Gera beim Weidaer Spiel gegen den 1. SV Jena- immer wieder im Dreiinnenspiel vortragen zu wollen, anstatt sich den Flügeln anzuvertrauen, die immerhin noch einige Meter breite feste Flächen zur Verfügung hatten. Anders die Chemnitzer, ohnehin dank ihres bedeutenden körperlichen Übergewichts bie diesem, technische Feinheiten fast ganz ausschaltenden Bodenverhältnissen stark im Vorteil, erkannten sie aufgrund ihrer Routine und Vertrautheit  mit dem Platz sofort die Möglichkeiten zum Erfolg und nutzten sie durch bevorzugte Beanspruchung der Außenstürmer mit bewundernswerter Zielstrebigkeit aus. Dies ging so weit, dass man aus der Mitte selbst frei vor dem Tor den Schuss gar nicht erst versuchte, sonern den Ball wenigstens zu den Verbindern leitete, die auf noch einigermaßen brauchbaren Inseln im Schlamm Halt fanden. Die Stütze der Polizisten war natürlich Helmchen der den Torreigen eröffnete und sein fabelhaftes Schussvermögen u.a. mit unhaltbarer Verwandlung eines 20m- Freistoßes dokumentierte. Dillner hielt, was zu halten war, sämtliche Treffer waren für ihn unerreichbar. Leider fiel Hopfer, der grippekrank gewesen war, etwas aus. Die Weidaer kämpften bis zuletzt mit äußerster Anstrengung, schade, dass sie taktisch dem Boden nicht gerecht zu werden verstanden.

Die treffer für die Osterländer erzielte Meckl durch saftigen Schuss, der von einem chemnitzer ins Tor prallte, und Müller durch Verwandlung eines Elfmeters. Einen zweiten Elfmeter, der ebenso wie der erste wegen hartem spiel verhängt war, wollte Müller in die gleiche Ecke wie vorher dirigieren . Weggel erkannte rechtzeitig diese Absicht, platzierte sich entsprechend und hielt.

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