Geschichte: OSTERLANDMEISTERSCHAFT 1931/32

Geschichte: OSTERLANDMEISTERSCHAFT 1931/32

WEIDAS GLATTER SIEG

Concordia Gera – Thüringen Weida    2:9 (1:3)

Ein schweres Spiel auf schwerem Boden, mit dem sich aber die Weidaer besser abfanden. Trotz des hohen Sieges war das Treffen für die Weidaer kein Spaziergang. Besondres in der 1. Halbzeit waren die Concorden vollkommen gleichwertig. Die Weidaer hatten allerhand zu tun, um sich der forschen Angriffe zu erwehren. Schon in der 3. Minute schoss Seidel nach gutem Zuspiel für Concordia das erste Tor. Angespornt durch den Erfolg schaffte der sturm der Concorden gefährliche Momente vor dem Weidaer Tor, doch eine harte Hintermannschaft verhinderte Erfolge, oder der Tormann rettete. Aber auch der Weidaer Sturm war nicht müßig- kämpfen und siegen war seine Parole. Ein Selbsttor in der 25. Minute brachte den Ausgleich. Safar verschaffte in der 30. Minute seinem Verein die Führung, und Meckl erzielte kurz vor Halbzeit den dritten Treffer.

In der 2. Halbzeit wurde die Überlegenheit der Weidaer immer drückender.

Meckl erhöhte kurz nach Wiederanstoß auf 4:1. Dann fielen innerhalb 10 Minuten durch Trinks, Moser, Müller und Meckl vier Tore. Trotzdem kämpften die Concorden unentmutigt weiter. Günther war für die Concorden zum zweiten Mal erfolgreich und Müller stellte den Schöussstand her. Der Sieg der Gäste war verdient, ist aber zu hoch ausgefallen. Ecken 4:3 für Weida. Schiedsrichter Klinge (Magdeburg) traf seine Entscheidungen schnell und sicher und war dem Spiel der richtige Leiter.

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FC THÜRINGEN WEIDA OSTERLANDMEISTER

Weida bleibt die Fußballhochburg

Zum zweiten Mal war es den hießigen Fußballspielern vergönnt, den stolzen Titel in unserem Gau zu erkämpfen. Den Abschluss der Verbandsspiele bildete das Treffen Concordia Gera – FC Thüringen Weida, das Weida mit 9:2 gewann. Fiel im vorigen Jahr die Meisterschaft den Weidaern ohne größere Kämpfe sozusagen in den Schoß, so war es diesmal anders. Sie musste hart erkämpft werden! Um Punkt für Punkt wurde gestritten, um zu dem ersehnten Ziele zu gelangen. Aufreibende Kämpfe, mit kleineren Rückschlägen verbunden, waren zu durchkosten. Führen wir uns die gesamten Verbandsspiele vor Augen, ziehen wir die Leistungen der Gegner mit heran, so kommen wir zu der Bilanz: Die Meisterschaft ist keinem Unwürdigen zugefallen- die derzeitig beste Elf in unserem Gau, taktisch wie technisch, befindet sich in Weida. Auch viele gegen uns eingestellte Zuschauer, speziell in Gera, geben dies unumwunden zu. Und das ist moralisch sehr zu bewerten. Es gibt einen großen Rückenhalt für die kommenden mitteldeutschen Spiele.In der Vorschau betonten wir, dass beim Kampf gegen Concordia Gera nach menschlichem Ermessen mit einem höheren Sieg zu rechnen sei. Und wir hatten richtig getippt. 9:2 ist ein ganz schöner Laden ! In spielerischer Hinsicht mangelte es dem Platzbesitzer noch sehr. System fehlte! Wohl waren diese in der ersten Viertelstunde tonangebend und drückten beängstigend, schossen sogar das erste Tor, aber dann war es vorbei. Aber sie leisteten bis zum Schlusspfiff energischen Widerstand. Sogar zum zweiten Tore kamen sie noch nach dem Seitenwechsel. Auch das Eckenverhältnis mit 5:3 für Weida ist für sie noch annehmbar. Dass dieses Spiel nicht die großen Kampfhandlungen brachte wie gegen Wacker und 04 Gera, war ja offensichtlich, es hatte eben nicht die Anziehungskraft. Trotzdem waren über 1000 Zuschauer befriedigt. Der etwas körperliche Schiedsrichter

Klinge- Magdeburg war Durchschnitt und hatte nicht allzuviel Arbeit zu leisten.

Spielverlauf: Weida tritt mit derselben Mannschaft wie gegen SVgg 04 Gera  (Dillner; Hopfer, Kummer, Schmidt, Schnell, Harthaus, Trinks, Moser, Müller, Meckl, Safar) auf den Plan, hat Anstoß und kämpft gegen den Wind. Auf ziemlich glattem Boden finden sich die Concorden schnell und tragen Angriff auf Angriff vor. Bereits in der 3. Minute sitzt Nr. 1 im Kasten. Dillner meistert komplizierte Sachen, u.a. einen Strafstoß und gefährlichen Eckball. Beinahe wäre dem Platzbesitzer noch der 2.

Treffer gelungen, doch rettend ist die Hintermannschaft da. Die Geraer anhänger jubelten schon- doch vergebens. Endlich kommt Zusammenhang in die Weidaer. Safar bringt einen Lattenschuss an, während einen scharfen Ball von Meckl der Geraer Hüter meitert. In der 27. Minute knallt Safar aufs Tor, der Torwart verliert den Ball, und der Nachschuss vom Innenstürmer bringt den Ausgleich. Halblinks hat er sich durchgearbeitet und schießt von Halbrechts im spitzen Winkel ins Tor, wobei der Linksaußen noch vollends einlenkt. Einen Ansturm des Platzbesitzers wehrt Dillner mit der Faust ab, ebenso den gutplatzierten Schuss des

Concordia- Linksaußen. Trinks erhält den Ball, flankt sauber zu Halblinks , welcher kurz entschlossen 4 Minuten vor Halbzeit verwandelt.

Bei Seitenwechsel stands 3:1. Danach Anstoß, Weida fängt ab, bricht durch -und schon erzielt Meckl durch sauberen Fernschuss Nummer 4. Der sieg stand bombensicher ! Unermüdlich füttern die Läufer den Sturm mit Bällen. Trinks erhält einen solchen, läuft zur Mitte, umspieelt und erhöht auf Nr. 5. Bei einem gelegentlichen Durchbruch des Concordia- Stumes stellen letztere durch scharfen Fernschuss ihres Rechtsaußen das resultat auf 2:5. Wohl wurde dieser Schuss gehalten, doch der eisige Ball erreichte sein Ziel. Nach einer schönenVorlage vom Weidaer Mittelstürmer schießt Moser das 6. Tor, während Müller durch einen flachen 25m- Schuss knapp neben den Pfosten Nr. 7 erzielt. Immer wieder brechen die Concordia- Stürmer durch, doch die drei Schlussmannen von Weida vereiteln jede Aktion. Wieder eine exakte Vorarbeit durch den Mittelstürmer, und der flinke Meckl erhöht auf 8. Schnell schießt einen Strafstoß, Linksaußen gibt wieder zur Mitte, die prompt vollendet. Nach einem Alleingang schießt Müller scharf neben den Pfosten ins Aus.

Vielleicht hätte es noch zur Zweistelligen gelangt, doch die Zeit war um. Mit 9:2 (im Vorspiel in Weida nur mit 5:2) verlässt der alte und nunmehr neue Osterburgmeister den Platz. Die Elf war gleichmäßig gut besetzt. Die spannenden, aber auch aufreibenden Verbandsspiele in unserem Gau sind nun aus. Ein halbes Jahr lang werden die Gesellschaftsspiele dominieren.Für die Weidaer aber kommen un die bedeutend wichtigeren und schweren Kämpfe um die „mitteldeutsche“. Da erheischt ein jedes Spiel das allergrößte Interesse. Nur ein einziger Kampf verloren, und aus ist der Traum an den weiteren Kämpfen. Wie schon berichtet, findet am 13. März auf dem 04-Platz in Gera das Treffen gegen den SV Steinach statt. Hier wären Aussichten vorhanden, sich durchzusetzen, heimischer bekannter Platz, heimische Zuschauer, dazu die jetzige Mannschaftsaufstellung und die drezeitig gute Form der Weidaer geben zu berechtigten Hoffnungen Anlass. Einen Sonntag Ruhepause- dann auf zu weiteren Kämpfen !

 

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Abschlusstabelle:
1. Thüringen Weida              18 80:28 30: 6
2. Wacker 1910 Gera            18 66:27 28: 8
3. SpVg. 04 Gera                   18 78:29 27: 9
4. 1. FC Greiz                         18 62:36 26:10
5. SpVg. 1914 Neustadt       18 50:47 15:21
6. Concordia 1910 Gera      18 41:55 14:22
7. SC Rubitz                          18 45:70 13:23
8. VfB Pößneck                    18 18:44 12:24
9. SV Schmölln                    18 29:79 9:27
10. VfB Ronneburg             18 38:88 6:30

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