Geschichte: OSTERLANDMEISTERSCHAFT 1930/31

Geschichte: OSTERLANDMEISTERSCHAFT 1930/31

2015-02-25_112745

DER MEISTER SIEGT GLATT
Thüringen Weida – SV Schmölln 7:0 (5:0)
Erwartungsgemäss behielt der Meister glatt die Oberhand. Der Schmöllner SV, der mit Ausnahme von Hadlich in bester Besetzung angetreten war, gab nie einen ebenbürtigen Gegner ab. Obwohl der Platzbesitzer wieder in anderer Sturmaufstellung (Safar, Panndorf, Müller, Trinks, Beckert) antreten musste, brauchten sich die Thüringer nie zu verausgaben. Müller bot eine ziemlich ausgeglichene Leistung, verteilte die Bälle abwechselnd, spielte seine Nebenleute schön frei und zeigte sich selbst in der Torgeographie gut bewandert. Beckert auf Rechtsaußen gefiel durch seine präzisen Flanken. Safar bot in seinen letzten Spielen als Halbstürmer bedeutend Besseres. Trinks als Halbrechts behielt den Ball auffallend lange, auch Panndorf erwies sich als etwas zu langsam. Die Gäste versuchten, fehlende Technik und Taktik durch übergroßen Eifer zu ersetzen.
Bereits in der 3. Minute setzt Müller einen herzhaften Schuss ins linke Toreck. Panndorf (2), Müller und Safar stellen den Halbzeitstand her. Der Platzbesitzer spielt nun verhalten, die Gäste verstärken ihre hinteren Reihen. Zeumer im Tor meistert einige gefährliche Sachen. Müller und Harthaus schießen noch je ein Tor. Einen Handelfmeter hält Dillner. Poßner (Neustadt) verschaffte sich durch unauffälliges einwandfreies Amtieren die Sympathien von Spielern und Zuschauern.  

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WIRKLICHER GROSSKAMPF
Thüringen Weida – Svg 04 Gera 4:2 (3:1)
Ein prächtiger Grosskampf, der die in stattlicher Anzahl erschienenen Zuschauer in seinen Bann zog. Eingeleitet wurde er von einem Trupp Geraer, als ihre Lieblinge zuerst den Platz betraten, mit einem Fanfaren- und Sirenenblasen, unter das sich auch Glockengeläute mischte. Nachdem Schieri Saßning (Zeitz) das Zeichen zum Beginn gegeben hatte, setzte sofort lebhaftes Mittelfeldspiel ein. Die Platzbesitzer finden sich besser zusammen. Sie legen ein Spielchen hin, an dem sich jedes Fußballherz erfreuen konnte. Hinten ein Mann, auf den man sich verlassen konnte, eine schlagsichere Verteidigung, eine Läuferreihe, die in Abwehr und Aufbau vorbildliches zeigte und dann eine Stürmerreihe, die durch ihre bestechenden ideenreichen Kombinationszüge ein wahres Brillantfeuerwerk auf Kokels Heiligtum eröffnet. So hagelt es nur so von Prächtigen, saftigen Pfundschüssen, ein Glück für die Geraer, dass sie hinten einen Mann stehen haben, der die nerven nicht verliert und eine heldenhafte Leistung zeigt. Aber als die Blauweißgestreiften mit 3:0 führen, lassen sie bedenklich nach, und als die Löwenträger dann ein und ein weiteres Tor aufholten, spielten sie auffallend nervös. Die Gegner machten sich natürlich diese Schwächeperiode zunutze. Mit einem vorbildlichen, unverdrossenen, riesengroßen Eifer kämpfen sie zäh um den Ausgleich, der dann auch ständig in der Luft zu hängen scheint. Und erst im Endspurt machten sich die Platzbesitzer von dem Druck der Gäste frei. Da Harthaus verletzt scheint, wechselt er mit Safar, und siehe da, die Geraer kommen zuletzt kaum noch über die Läuferreihe hinaus. Die Auswirkung ist ein weiterer Torerfolg.
Die Tore fielen in der 7. Minute nach Zusammenspiel Müller- Safar- Uli, der aus etwa drei Metern Entfernung unhaltbar einsendet. 20. Minute: wunderhübscher Kombinationszug Uli- Müller- Müller- Uli. Der aus vollem Laufe einen Prachtschuss ins Netz setzt. 25. Minute: Zusammenspiel Uli- Moser, der Ball kommt zu Safar, der ihn wunderbar hereinzieht. Für den verdutzten Kokel überraschend, landet der schöne Schrägschuss im rechten Toreck, seine Leute hatten ihm die Sicht verbaut: 3:0. Das sieht bedenklich für die Gäste aus, aber sie kämpfen unentmutigt weiter. Und in der 30. Minute setzt erstmals lautes Trompeten- und Glockensignal ein !In der Weidaer Hintermannschaft ein Missverständnis , Korb köpft ein. In der 8. Minute nach Halbzeit Flanke des Gäste- Rechtsaußen, Freund und Feind verpassen hintereinander den Ball , der Wachter vor die Füße kommt, und das 3:2 ist fertig. Waren die Thüringer bis dahin fast ausschließlich die überlegene Partei, so drängen die 04- Leute, angespornt duch diesen Erfolg, nun mächtig auf den Ausgleich. Es gibt bange Minuten zu überstehen,. Und erst in der letzten Viertelstunde nimmt der Meister das Heft wieder mehr in die Hand. Harthaus flankt zur Mitte, der mittelstürmer macht eine schnelle Körperwendung, und in der nächsten Sekunde saust das Leder haarscharf neben dem Pfosten ins Netz. Kokel streckt sich vergebens danach. Unmittelbar darauf pfeift der Unparteiische den schönen und äußerst spannenden Kampf ab, der sich diesmal in ruhigeren Bahnen als im Vorspiel in Gera bewegte. Zweifellos ein Verdienst des Neutralen, der zwar nicht immer bei seinen Entscheidungen die Sympathien von Spielern und Zuschauern hatte, im großen und ganzen aber korrekt leitete. Der zweite Gang ist zugunsten des FC thüringen verdient ausgegangen, dem Unterlegenen sei jedoch bestätigt, dass er es ihm durchaus nicht leicht gemacht hat.

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SVg 04 Gera – Thüringen Weida 3:3 (1:1)

Rund 2000 Zuschauer umsäumten die Anlage und herrliche Spielfläche der Spielvereiniging. Es war ein Großkampf im wahsten Sinne desWortes.Abgesehen von den längst bekannten kämpferischen Qualitäten des Meisters spielten auch diesmal die Un- dermhäuser mit einer von ihnen selten gesehenen Hingabe. Leider zog der Unparteiische Exner (Polizei Chemnitz) die Zügel nicht straff genug an, so dass das treffen gegen Schluss mitunter reichlich hart wurde. Bedauerlich für den Platzbesitzer war. dass der schon greifbare Sieg durch unnötige Fummelei des rechten Läufers in den letzten Minuten zum Unentschieden wurde.

Mit Beginn setzten beide mannschaften Volldampf auf, wobei Weida zunächst im Vorteil war, da sich die Mannschaft von Beginn an besser fand. Das erste Tor schoss Ulrich. Ein Effetball rutschte Schubert vom Fuß, schussgerecht flog das Leder von draussen herein dem Schützen vor die Schussstiefel, und schon lag Weida in Führung. Erst nach 20 Minuten weiterer Spieldauer schaffte Korb auf Wachter- Vorlage den Ausgleich. Nach der Pause spielten sich mitunter recht aufregende Momente vor beiden Toren ab. Da stoppt Heusinger eine Vorlage von Neidhart sauber, gibt zu Korb und dieser schießt zum zweiten Tor ein. Erst nach weite- ren 15 Minuten gelang Müller der Ausgleich. Hopfer war vorher einige Minuten verletzt und ausgeschieden. Zwei Minuten später lieferte Heusinger sein Kabinettstückchen. Ein Lauf nach links, Körpertäuschung, und die abermalige Führung war geschaffen.

Weida drückte nunmehr stark nach vorn. Drei Minuten vor Ende nahm Neidhart einen schwachen Ball von rechts auf, kurzes, doch verhängnisvolles Zögern. Das abspiel klappte nicht, der Ball rollte ab zu Müller, dessen Schuss dann die Niederlage des Meisters verhinderte. Das fazit bleibt ein weiterer Gang der beiden Mannschaften.

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Thüringen Weida -SV Planitz   5:1 (4:1)

Mit großer Spannung sah man am Sonnabend dem Revanchekampf mit dem ehemaligen Wastsachsen- Meister entgegen. Ausgezeichnet bewährte sich die Umgruppierung im Sturm, der dieses Jahr noch nie so schussfreudig war wie am Sonnabend. Gleich anfangs bringen kraftvolle Angriffe das Tor der Gäste in Gefahr. Weida ist in Hochform. Planitz kann sich überhaupt nicht freimachen. Eine hohe Rechtsflanke knallt Safar, gleich aus der Luft genom- men, unhaltbar ins Netz. Kurze Zeit nur währt die Freude. Ein Missverständnis zwischen Torwart und Läufer nutzt der Halblinke von Planitz zum Ausgleich. Kein Hand rührt sich. Wundervoll spielt Moser im Sturm, umdribbelt den Gegner, gibt genau ab und schickt die beiden flinken Außen immer wieder auf die Reise.

Dann vollbringt Moser eine Glanzleistung. Von drei Gegnern bedrängt, schießt er von 16 Metern unheimlich scharf unter die Latte. Weida kommt immer besser in Schwung. Eine Ecke von links köpft Trinks glatt und un- haltbar zum 3:1 ein. Verzweifelt wehrt sich Planitz. Hinten steht eine eiserne Hintermannschaft, die sich nicht überwinden lässt. Die vierte Ec ke für Weida bringt auch das vierte Tor. Trinks schießt, Harthaus kpöft zu Ulrich, und Ulrich vollendet.

Nach der Pause tritt für den verletzten Ulrich Panndorf ein. Weida bleibt, bis auf kurze Zeit, weiter über- legen. Aber die vielen, vielen Chancen bleiben ungenutzt, bis dann Moser abermals durch einen Eckball zum Erfolge kommt. Der Osterlandmeister verdient ein Gesamtlob, besonders Moser, der bester Mann auf dem Platze war.

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WO BLIEB DER VERDIENTE AUSGLEICH ?

Thüringen Weida – VfL Bitterfeld 2:3 (1:2)

Der langjährige Gau- und Pokalmeister des Muldegaues erfüllte durchaus die Erwartungen, die man in ihn gesetzt hatte. Bei eminenter Schnelligkeit und dabei raumgreifenden Flügelspiel zeigte fast jeder Mann ganz famoses Ballstoppen, blitzsauberes Ab- und Zuspiel. Trotzdem sind die Gäste nur zu einem knappen und glücklichen Siege gekommen, denn ein umgekehrtes Resultat wäre ebenfalls durchaus gerecht gewesen. Dre Meister war durch das schwere und harte Sonnabend- Pokalspiel sehr gehandicapt. Während sich die Hintermannschaft noch in alter Besetzung stellte, mussten in der Läuferreihe Harthaus und Schnell durch Safar und Fietsch ersetzt werden, die kein vollwertiger Ersatz waren. Auch die Stürmerreihe hatte mit Besl, Müller, Ulrich, Moser und Trinks (hier mussten also Panndorf und Beckert ersetzt werden) ein verändertes Gesicht. Als Schiri Poßner (Neustadt) das Leder freigab, entwickelte sich lebhaftes Mittelfeldspiel. Nach einiger Zeit verpassen Hopfer und Kummer hintereinander den Ball,und schon liegen die Gäste in Führung.

Doch sechs Minuten später setzt sich Trinks durch und schießt unhaltbar zum Ausgleich ein. Kurz vor der Halbzeit kommen die Gäste dank ihrer fortwährenden hohen Steilvorlagen wieder zur Führung. Trotz schweren Bodens und nassen Balles  wird das Treffen in unvermindertem Tempo nach Seitentausch fortgesetzt. Wiederum kann der blendende Gästehüter einen scharfen Schuss Ulrichs zur Ecke abwehren, ein weiterer prallt vom Pfosten ins Feld zurück. Jetzt wird der Platzbesitzer mehr und mehr überlegen und gerade in dieser Zeit fällt durch den Gäste- Linksaußen ein weiteres Tor durch unhaltbaren Schuss. Also 3:1 für die Gäste. Die Thüringer arbeiten nun mit Hochdruck, aber die bestgemeintesten Schüsse verfehlen entweder knapp ihr Ziel oder die jetzt verstärkte Hintermannschaft mit ihrem blendenden Schlussmann macht auch die aussichtsreichsten Gelegenheiten zunichte. Es folgt Ecke auf Ecke, so dass es hierin ein starkes Plus  für die Platzbesitzer gibt. Trinks konnte schließlich den Ball noch einmal zwischen die gegnerischen Pfosten setzen. In den letzten drei Minuten sieht es stark nach einem verdienten Ausgleich aus, doch der Schlusspfiff des korrekt amtierenden Schiedsrichters bringt den sympathischen Gästen gerade noch rechtzeitig diesen knappen Sieg.

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WEIDAS BITTERS LOS: UNVERSCHULDET AUSGESCHIEDEN   Endrunde 15.03.1931

Glücklicher Elfmetersieg des 1. SV Jena

Die ungerechtferigte Niederlage

Thüringen Weida – 1. SV Jena  0:1  in Gera Wieder, wie schon so oft, hat der Vetreter Ostthüringens dem Osterlandmeister Halt geboten. In das Bedauern über die Niedrlage an sich mischt sich diesmal für den Osterlandgau noch besonders das bittere Gefühl, schuldlos ein hartes Geschick erlitten zu haben. Denn – unverdient mussten sich unsere braven Weidaer geschlagen bekennen,trotz besseren Spieles, trotz bisweilen erdrückender Überlegenheit wurde ihnen der Weg zur Vorschlussrunde verlegt, und zwar durch eine zumindest reichlich harte Elfmeterentscheidung, deren Auswertung trotz aller Aufopferung nicht wieder wettgemacht werden konnte. Aber auch trotz dieses tragischen Abschlusses derMeisterschaftskämpfe  des FC Thüringen Weida darf der Kummer- Mannschaft der herzliche Dank und die hoheAnerkennung des Gaues nicht versagt bleiben für ihre hervorragenden Leistungen; sie hat getan, was sie konnte, und des Gaues Ansehen und Geltung nach Kräften vermehrt. Dass sie unverschuldet und nur durch widriges Schicksal aus dem gerade nach den Ergebnissen der zweiten Zwischenrunde für sie sehr aussichtsreichem weiteren Rennen geworfen wurde, dafür kann sie keinesfalls verantwortlich gemacht werden.

0:1- so hieß das Ergebnis, das knappste aller nur möglichen Ergebnisse setzte für dieses Jahr der weiteren Laufbahn des Osterlandmeisters ein Ziel. Mit einem Elfmeter vermochte der Meister Ostthüringens zu triumphieren. Da ist es immerhin ein gewisser, wenn auch schwacher Trost, dass am gleichen Tag an zwei anderen Orten nachgewiesen wurde, dass die allgemeine Spielstärke des Osterlandgaues doch nicht geringer einzuschätzen ist (wie man in Jena schrieb) als die des Gaues Ostthüringen. 0:1 in Gera, 3:2 in Jena und das respektable 4:4 in Kahla sind Zeugnisse dafür, dass sich der Osterlandgau nicht hinter den westlichen Nachbarn zu verstecken braucht. Dass es unserem Meister nicht geglückt ist- Pech, grenzenloses Pech, aber vielleicht geht es auch wieder einmal anders herum.

 

Der Osterlandgau zu der unverdienten 0:1- Niederlage seines Osterlandmeisters FC Thüringen Weida Der Osterlandmeister FC Thüringen Weida hat das Meisterschaftsspiel der zweiten Zwischenrunde gegen den 1. Sportverein Jena unverdient und noch dazu durch eine sehr harte Elfmeterentscheidung verloren. Neun Zehntel der Spielzeit lag unser Osterlandmeister im Angriff und war im Torschuss stets vom Pech verfolgt. Wiederholt war die Gelegenheit zum Ausgleich geboten, aber es sollte nicht sein.

Die Verteidigung und vor allem der Tormann des 1. SV Jena hatten einen besonders guten Tag. Nur ihnen und einer großen  portion Glück hat Jena den Sieg zu verdanken. Die ganze Mannschaft des FC Thüringen Weida verdient ein  Son derlob. Der schwere Boden des Concordiaplatzesstellte an alle Spieler außergewöhnliche Anforderungen.Der Osterlandmeister FC Thüringen Weida hat gekämpft, wie er es nicht besser tun konnte. In allen drei Spielen um die Meisterschaft hat der Gau Osterland  in ihm eine würdige Vertretung gehabt. Hierfür der Meisterelf  und der Vereinsleitung des FC Thüringen Weida den herzlichsten Dank.

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