2500 Mal auf den Fußballfeldern unterwegs

2500 Mal auf den Fußballfeldern unterwegs

Fußball-Schiedsrichter Dieter Eisel feiert seltenes Jubiläum –  2500 Mal auf den Fußballfeldern unterwegs

Von Manfred Malinka Gera.

Er zählt zu den Urgesteinen in der Gilde der Fußball-Schiedsrichter Ostthüringens, hat alle Jubiläen, die man als Referee haben kann, schon hinter sich. Heute kommt ein weiteres, ungewöhnliches hinzu. Zum 2500. Mal ist der Weidaer als Schiedsrichter oder -Assistent auf einem Sportplatz im Einsatz. Beim Kreisoberligaspiel Niederpöllnitz gegen Berga amtiert der 66-Jährige gemeinsam mit Obmann Günther Ratzer dem Geraer Ronald Patzer an der Linie.

Bereits vor 47 Jahren legte der gebürtige Weidaer seine Schiedsrichter-Prüfung ab. Am 5. Dezember 1965 war er erstmals als Mann in Schwarz im Einsatz. 1971 folgte der Aufstieg in den Bezirksmaßstab, wo er im August sein erstes Spiel Bad Köstritz – Dynamo Gera II leitete. Es folgten viele Einsätze bei Kinder- und Jugendspartakiaden sowie diversen Turnieren. 1987 schaffte der gelernte Baumaschinist den Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse der DDR, die Bezirksliga. Dies hatte Berufungen in die DDR-Liga als Linienrichter zur Folge oder auch internationale Begegnungen. Lok Leipzig gegen Ismailo Kairo im Juli 1988 nennt der dreifache Familienvater als Höhepunkt. Über Jahrzehnte war Eisel Stamm-Schiedsrichter des internationalen Frauenfußballturniers des TSV 1880 Gera-Zwötzen. Beim Bezirksklassespiel TSV Zwötzen gegen Neustadt feierte Eisel 1995 seinen 1500. Einsatz. Der 2000. wurde ebenso wie das Jubiläum „40 Jahre Schiedsrichter“ in Niederpöllnitz begangen. Ebenso das 2222. und nun auch das 2500. 1997 musste Dieter Eisel aus Altersgründen Abschied aus dem Bezirksmaßstab nehmen, der ihm mit dem Pokalendspiel Ehrenhain gegen Gößnitz versüßt wurde. Seitdem ist Dieter Kreisliga-Schiedsrichter und führte mittlerweile auch seine beiden Enkel Norman und Dörte in die Schiedsrichtergilde ein. Auch als Staffelleiter und Schiedsrichter-Ansetzer hat der seit 1959 immer dem FC Thüringen Weida bzw. seinem Vorgänger BSG Fortschritt angehörende ehemalige Platzwart vorbildliche Arbeit geleistet.

Unvergessen dürfte wohl die Episode sein, die mit seiner Flugangst zusammen hängt. In einer MDR-Sendung wurde die jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit des Jubilars gewürdigt. Filmaufnahmen von einem Kreisligaspiel in Hohenleuben, das Eisel leitete, wurden mit einem Original-Kommentar vor Ort von Reporterlegende Heinz-Florian Oertel versehen, während dessen im Garten der Eisels ein künstlicher Wasserfall installiert wurde. Der Referee ist nämlich Liebhaber von Wasserfällen. Vollends die Sprache verschlug es dem langjährigen Referee, als er in der Fernsehshow erfuhr, dass er eine achttägige Reise an die Niagara-Fälle spendiert bekommt. Nun hat Eisel aber Flugangst. Deshalb verzichtete er und an seiner Stelle flog eine Bekannte seiner Frau mit nach Kanada.

Der 1.Mai 2010 bleibt Dieter Eisel im Schirileben unvergessen. Wie zu DDR-Zeiten machte man sich zu dritt aus Richtung Gera über Saalfeld zu einem Punktspiel nach Blankenstein auf. Da die beiden anderen Referees aber in einen Regionalexpress eingestiegen waren, wurde Eisel in Weida auf dem Bahnsteig stehen gelassen. Über die lange Fahrt mit vielen Hindernissen lachen die drei Unparteiischen und deren Familien noch heute.

Unvergessliche Geschichten in der langen Laufbahn des Fußball-Schiedsrichters, die noch lange nicht zu Ende sein soll. Foto: Referee Dieter Eisel mit der Gelben Karte. Meist hilft bei ihm aber ein mahnendes

Wort. Foto: Manfred Malinka

 

{jcomments on}

Kommentare

PA046742

Hinterlasse einen Kommentar